Atomenergie - Ein satanisches Requiem

ATOMENERGIE – EIN SATANISCHES REQUIEM? von Holger Strohm

Dieser Artikel handelt nicht von der Möglichkeit eines großen Reaktorunfalls, der Länder unbewohnbar macht oder dass bereits jede Atomanlage im Normalbetrieb große Mengen Radioaktivität abgibt. Selbst bei einem modernen Atomkraftwerk sind das Trilliarden an Becquerel und mittlerweile erkrankt jeder zweite Mensch an Krebs. Nein, in diesem Artikel wollen wir uns dem Nuklearterrorismus und dem radioaktiven Müll zu wenden. Anfang April diesen Jahres warnte Barack Obama in Washington vor fünfzig Staatsoberhäuptern vor der Weiterverbreitung von Atombomben, sogenannten „schmutzigen Bomben“ und dem Nuklearterrorismus. Wahrlich kein neues Problem, denn bereits Mitte der 70.er Jahre sagte der Verfasser vor dem Innenausschuss des Deutschen Bundestages über organisatorische Sicherheit aus und beriet den Vorsitzenden des einflussreichen US-Senatsausschusses „Committee on Government Operations“ über Nuklearterrorismus. In Deutschland wurden die Warnungen bis heute ignoriert.

Mittlerweile lagern rund 1600 Tonnen hoch angereichertes Uran und 500 Tonnen Plutonium in verschiedenen Depots. Daraus lassen sich 350.000 Atom-Hiroshima-Bomben herstellen. Über Tausend Kilogramm dieser sogenannten „strategischen Materialien“ sind spurlos verschwunden. Es wird befürchtet, dass sie sich im Besitz von Mafia- und Terrororganisationen befinden, die daraus atomare Sprengsätze herstellen könnten. 1 Das Supergift Plutonium, mit einer Halbwertszeit von 24.400 Jahren, zählt zu den bösartigsten Krebserregern, die in der Medizin bekannt sind. Nach Angaben von Prof. Dr. Dr. John Gofman, der als Arzt und Physiker die Plutoniumforschung der US-Atom-Energie-Kommission überwachte, ist die Menge, die hundertprozentig zum Krebs führt, so klein, dass sie nicht bestimmbar ist. Nach seinen Angaben kann ein einziges amerikanisches Pfund (450 Gramm) an Reaktorplutonium bei Rauchern zu 42.300.000.000 zusätzlichen Lungenkrebstoten führen, wenn es in Form von unlöslichen Teichen eingeatmet wird. 2 Hinzu kommt, dass Plutonium nicht beherrschbar ist. Sowie es mit Luft oder Wasser in Berührung kommt, oxidiert es. Es schwebt als kleines Teilchen davon, das eingeatmet werden kann. Und selbst der härteste Granit kann es nicht zurück halten.

Unter „schmutzigen Bomben“ versteht man herkömmliche Bomben, die mit radioaktiven Müll vermischt werden. Das heisst, dass bei der Explosion auch Radioaktivität frei wird, die dann Grossstädte radioaktiv kontaminieren, und Menschen verseuchen werden. Nun meint der normale Bürger radioaktiver Müll wird streng bewacht und es sei unmöglich, daran zu kommen. Weit gefehlt! Die kriminelle Energie, im Umgang mit solch hoch gefährlichen Stoffen, ist kaum vorstellbar. So berichtete die Hamburger Morgenpost am 9. Februar 1988, dass die Atomkraftwerksbetreiber von Brokdorf, Krümmel und Brunsbüttel ihren Atommüll einfach auf Hausdeponien kippen. All dies geschieht unter den Augen der Behörden. Denn die haben ausdrücklich dafür gesorgt, dass „alle Kennzeichnungen am Müll zu entfernen (sind), die einen Hinweis auf die Herkunft geben könnten.“ 3 Universitätskliniken entsorgen ihren strahlenden Abfall auf städtischen Müllplätzen, anstatt ihn vorschriftsmässig, aber teuer, einzulagern. Auch dies geschieht mit voller Rückendeckung der Behörden. „Denn“, so Der Stern, „die acht bundesdeutschen Sammelstellen für Radioaktivität platzen aus allen Nähten. In Karlsruhe lagert Müll schon ungeschützt auf der grünen Wiese.“ 4 1988 kam heraus, dass Tausende von Tonnen radioaktiver Müll einfach beiseite geschafft wurden, indem sich u.a. das hochgiftige Plutonium befand. Mit Millionen an Schmiergeldern, gefälschten Papieren usw. wurde schwunghafter Handel mit dem Bombenstoff betrieben. EU-Behörden und die gesamte deutsche Atomfamilie war in dem Korruptionsskandal verwickelt. 5

Auch der Nuklearterrorismus ist nicht zu verhindern. Bereits Mitte der 80.er Jahre beauftragte das US-General Accounting Office und das Militär ein halbes Dutzend Kommandoeinheiten, die Spezialisten für Sabotage waren, unbemerkt in Atomkraftwerken einzudringen und als Beweis z.B. eine Seite aus dem Reaktorhandbuch mitzubringen. Alle waren erfolgreich! Zudem wurden Versuche mit Panzerfäusten und Raketen unternommen, um Reaktoren von außen zu zerstören. Auch sie waren erfolgreich. Seitdem hat die Rüstungsindustrie neue Waffen entwickelt, die meterdicke Stahlbetonwände durchschlagen und erst dann in befestigten Unterständen detonieren. Diese Sprengköpfe können aus mehreren Kilometern Entfernung abgeschossen werden und erreichen zielgenau jedes Atomkraftwerk und zerstören es völlig. 6 Ebenso gut könnte ein frustrierter Pilot in Kamikaze-Manier ein Atomkraftwerk rammen. Der Treibstoff, die Düsen oder eventuelle Bewaffnungen könnten dann für eine Katastrophe sorgen: mit der Gesamtfreisetzung des radioaktiven Inventars. Das so ein Szenario nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigt der Vorfall des deutschen Piloten, der eine Passagiermaschine gegen ein Felsmassiv in den französischen Alpen steuerte. Die US-Nuclear-Regulatory-Commission veröffentlicht halbjährlich Berichte über „nukleare Vorkommnisse“, die belegen, dass Atomkraftwerke beschossen und bombardiert, überfallen und besetzt wurden. Sprengsätze explodierten in sicherheitsrelevanten Bereichen. Sabotageaktionen zerstörten zentrale Sicherheitseinrichtungen. Wichtige Atomfunktionäre wurden bestochen, erpresst, entführt und getötet. Und gleichzeitig wurde belegt, dass der Nuklearterrorismus immer mehr um sich greift. 7

„Jeder, der ein Flugzeug entführen und auf einen Atommeiler lenken kann, ist genauso mächtig wie Präsident Truman nach Hiroshima. Die Logik der atomaren Abschreckung, die zwischen den Blöcken funktionierte, ist im internationalen Terrorismus außer Kraft gesetzt.“
Andrè Glucksmann (bedeutender französischer Philosoph und Bestseller-Autor)

„Es ist absolut sicher und unausweichlich, dass Terror-Organisationen irgendwann Massenvernichtungswaffen erhalten und auch einsetzen.“
Donald Rumsfeld (ehemaliger US-Verteidigungsminister)

Dies ist besonders in der heutigen Zeit der Fall, in dem der IS verbreitete, dass er die Atomkraftwerke aller Länder zerstören wird, die ihn angreifen. Dass dies nicht nur eine leere Drohung ist, berichtete am 31.3.16 der Fernsehsender ntv: In dem Atomkraftwerk Tihange in Belgien arbeitete ein IS-Mitglied und der IS habe ein Anschlag auf den Meiler geplant. Der IS eroberte in Mossul ein riesiges Arsenal schwerer, hochmoderner amerikanischer Waffen von fünf irakischen Divisionen. In Muthanna im Irak erbeuteten sie 5.000 Sarin-Raketen und Giftgasgeschosse aus einem CIA-Depot. Sie verfügen über schultergestützte Abwehrraketen, moderne TOW II Panzer-Abwehrraketen, 15.000 Boden-Luft-Raketen vom Typ Manpad, moderne Panzerfäuste und Sprengstoffe jeglicher Art. Ihre Anhänger wurden in der Verwendung von Raketen, Granatwerfern, Panzerfäusten und in der Herstellung und Anwendung von Sprengstoffen geschult. Waffenfunde in der EU haben zudem gezeigt, dass es dem IS gelungen ist, ein Teil dieser Waffen nach Europa zu bringen. 8 Für sie wäre es ein leichtes mit Schnellbooten auf Rhein, Elbe oder Main oder Pick-up-Trucks gezielte Angriffe auf atomare Anlagen zu führen.

Dies wird auch dadurch begünstigt, dass Angela Merkel sich weigert, deutsche Atomkraftwerke ausreichend schützen zu lassen. Und dies, obgleich sowohl der Papst als auch der französische Premierminister Manuel Valls warnten: „Es wird weitere Anschläge geben, große Anschläge“. 9 Terrorexperten sind sich sicher, dass Deutschland das nächste Ziel sein wird, denn der IS machte klar: „Wir können jederzeit und überall zuschlagen!“ 10 Israelische Sicherheitsexperten kritisierten die laschen Sicherheitsstandards, die „alten Damen ihre Mineralwasserflaschen aus den Hand“ reißen, aber ihre Atomkraftwerke nicht schützen. Denn „Europa ist in einem Terrorkrieg!“ 11 Wie sträflich sich Frau Merkel verhält, wurde dem Verfasser drastisch klar, als am Ostersamstag der Chefredakteur von Eve mich vor dem Atomkraftwerk Krümmel bei Hamburg fotografierte. Wir konnten uns unbehelligt bis auf wenige Meter dem Reaktor mit seinem Druckbehälter nähern. Nach einer Viertelstunde kam ein unbewaffneter Sicherheitsmann und fragte nach unserer Identität. Wenn wir IS-Terroristen gewesen wären, hätten wir den riesigen Druckbehälter aus wenigen Metern Entfernung als Blinde treffen können. Der Unwillen Frau Merkels als promovierte Physikerin, ehemalige Umweltministerin und Bundeskanzlerin Atomkraftwerke zu schützen, ist nicht nur hoch gefährlich, sondern kann schon fast als bewusste Beihilfe zur Vernichtung Deutschlands gedeutet werden. Denn der IS hat offen damit gedroht „wir greifen euch dort an, wo es euch am meisten weh tut“. Und das ist dort, wo möglichst hohe Opferzahlen mit einem Maximum an infrastrukturellem und wirtschaftlichen Schaden bei größtmöglicher medialer Aufmerksamkeit zusammen treffen. Diese Dschihadisten sehen in der Zerstörung von Atomkraftwerken, die ein Land völlig zerstören können, die Bestätigung der apokalyptischen Prophezeiung zur Vernichtung der Ungläubigen, die ihnen ein Ehrenplatz im Paradies gewährt.

Die Vernichtung allen höheren Lebens auf diesem Planeten kann auch durch den hoch radioaktiven Müll besiegelt werden, der langfristig nicht kontrolliert werden kann. Und zwar aus drei Gründen: Zum Einen sind viele Elemente kleiner als die Wandungen. So kann z.B. radioaktives Tritium oder Kohlenstoff durch sämtliche Barrieren schlüpfen. In der Fachsprache heißt das Diffundieren. Das ist vergleichbar, wenn man einen Golfball auf ein Fussballtor schlägt, der ungehindert durch die groben Maschen schlüpft. Als weiteres wird jedes Material durch den radioaktiven Dauerbeschuss aufgelöst – es zerfällt in seine einzelnen Atome. Und zum Dritten bilden sich aus den rund 1200 radioaktiven Elementen, die in einem Reaktor entstehen - durch den radioaktiven Zerfall - neue chemische Elemente, die spontan Sprengstoff bilden und die Umhüllungen zerfetzen. Zudem muss hoch radioaktiver Müll, nach Angaben des Gouverning Councils der UNO für 20 Millionen Jahre strikt aus der Umwelt gehalten werden. Prof. Michael Müller, ehemaliger Staatssekretär im Bundesumweltministerium, der die Fachkommission für den Deutschen Bundestag zur Lösung der Endlagerung leitet, bekundete in der Frankfurter Rundschau und in der Süddeutschen Zeitung, dass aufgrund der immensen Probleme nicht mit einer Lösung vor 2170 gerechnet werden darf, wenn es denn überhaupt eine Lösung geben sollte.

Bisher wird der hoch radioaktive Müll in Abklingbecken und in Castorbehältern in sogenannten Zwischenlagern deponiert. Die Brennstäbe entwickeln bei der Trockenlagerung eine Temperatur von 600 Grad Celsius, durch die die Dichtung der Behälter zerstört wird. Durch Wasserreste bildet sich Knallgas und mit der Zeit werden die Behälter undicht und müssen ausgetauscht werden, was wiederum nur in gewaltigen Wasserbecken möglich ist. Außerdem fällt so erneut radioaktiver Festmüll an. Salz als Endlager kommt ebenfalls nicht in Frage, da jederzeit Wassereinbrüche wie in der Asse II auftreten können. 1998 schrieb Der Spiegel: ausgerechnet die „oberste Instanz für Atommüll, die Bundesministerin für Umwelt und Reaktorsicherheit Angela Merkel, möchte die Beschlüsse nicht länger tragen, für die sie sich 1995 selbst verbürgt hat“, und bescheinigt ihr ein leichtfertigen Umgang mit dem Atommüll. 12 Auch das Bundesverfassungsgericht hebelte das Vorsorgeprinzip des §9a des Atomgesetzes und somit die Vorbedingung für den Reaktorbetrieb kurzerhand aus, indem es erklärte, die Endlagerung hoch aktiven Mülls sei gelöst.
Weltweit gibt es kein sicheres Endlager für hoch aktiven Atommüll. In der Schweiz möchte man ihn in Granit und Tonmergel einlagern. Finnland und Schweden möchten die nuklearen Hinterlassenschaften ebenfalls in Granit einlagern, in großen Kupferzylindern. Belgien und Italien ziehen Tonschichten vor. Andere schütten ihren Atommüll in Tümpel, Sümpfe und Wüsten, vergraben ihn oder versenken ihn im Meer. Aber wohin man auch sieht, ein sicheres Endlager gibt es nicht, sondern nur Täuschungen, Lügen und kriminelle Energie. Gesundheitsfragen spielen keine Rolle, nur das Geld zählt, denn letztendlich werden zukünftige Generationen die Zeche bezahlen müssen, und uns verfluchen, weil wir die Büchse der Pandora öffneten, die wir nie wieder verschließen können.

Für weitere Informationen empfehlen wir Holger Strohms Buch und Film „Friedlich in die Katastrophe“, erhältlich unter www.Friedlich-in-die-Katastrophe.de und seine beiden neuen Bücher Wahnsinns Artikel und Gaia weint im Schild Verlag.